Nordpommersche Waldlandschaft

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Der Schreiadler

Steckbrief

Der Schreiadler jagt oft am Boden.

Der Schreiadler (Aquila pomarina) ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae).

 

Wie sieht er aus?

Der Schreiadler ist der kleinste Adler Deutschlands, nur etwas größer als ein Mäusebussard. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 67 cm mit einer Flügelspannweite von 1,46 bis 1,68 m. Dabei sind die Männchen etwas kleiner als die Weibchen und wiegen zwischen 1 bis 1,4 kg - Weibchen hingegen können bis zu 2,2 kg wiegen. Die Altvögel sind einfarbig braun, nur die Basis der inneren Handschwingen ist weißlich und kann so auf den Oberflügeln leicht erkannt werden. Die Adler besitzen eine orangegelbe Iris, die sich mit dem Alter verändert. Die Wachshaut und Zehen haben ebenfalls eine gelbe Färbung. Der Schnabel ist schwarz mit einer grauen Schnabelbasis. Die Schreiadler haben relativ lange Beine, eine gute Anpassung an die Jagd am Boden, bei der sie ihre Nahrung laufend erbeuten. Außerdem sind diese, wie bei allen Adlern, bis zu den Zehen befiedert.

 

 

Wo findet man ihn?

Das relativ kleine Verbreitungsareal des Schreiadlers befindet sich im Westen der Paläarktis. Die westliche Verbreitungsgrenze liegt in Nordostdeutschland. In Deutschland kommt er nur noch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vor. Im östlichen Bereich grenzt das Verbreitungsgebiet nahe Moskau. Weiter südöstlich findet man ihn bis zur Kaspischen Senke im Nordiran. Das Brutgebiet beschränkt sich fast ausschließlich auf Europa. Die nördliche Grenze liegt in Polen und den baltischen Staaten. Das Überwinterungsgebiet des Schreiadlers liegt in Süd- und Ostafrika.

 

Schreiadler (Foto: Uwe Kelch)
Schreiadler im Flug

 

Was frisst er?

Der Schreiadler hat einen vielseitigen Speiseplan. Auf ihm finden sich Kleinsäuger wie Mäuse oder Maulwürfe, Amphibien und Reptilien, Insekten und auch Aas. Er ist für die Nahrungssuche auf Offenland angewiesen, auf dem er die Beutetiere leicht erkennen und jagen kann.

 

Welchen Lebensraum benötigt er?

Der Schreiadler ist während der Brutzeit zur Aufzucht seiner Jungen auf große, naturnahe und störungsarme Wälder mit hoher Blickdichtigkeit angewiesen. Als Horstbaum wählen sie meist Laubbäume wie Erlen, Buchen oder Eichen. Angrenzend sollten viele extensiv genutzte Offenlandflächen zur Nahrungssuche vorhanden sein. Hier bevorzugt er vor allem feuchte Grünlandflächen mit niedriger Vegetation, auf denen er seine Beutetiere gut entdecken und jagen kann. Schreiadler sind gut an eine Kulturlandschaft mit vielen Grenzstrukturen angepasst.

 

Wie sieht das Familienleben aus?

Die Brutzeit beginnt ab Ende April und endet Ende Juli bis Mitte August mit dem Ausfliegen der Jungvögel. Die Weibchen legen meist 2 Eier, die ab dem ersten Tag bebrütet werden. Dadurch schlüpfen die Jungvögel zu unterschiedlichen Zeiten. Bei den Schreiadlern gibt es den sogenannten Kainismus, d.h. der ältere der beiden Jungvögel tötet den Jüngeren. Diese Handlung ist angeboren, die Ursachen dafür sind nicht abschließend geklärt. Es gibt aber auch Brutpaare mit 2 flüggen Jungvögeln, wahrscheinlich hängt dies mit einer guten Nahrungsverfügbarkeit zusammen. Sicher geklärt ist diese Annahme jedoch nicht. Nach dem Flüggewerden der Jungvögel werden diese noch bis zum Abflug in die Winterquartiere Mitte September von den Altvögeln gefüttert.

 

Wohin zieht er im Winter?

Schreiadler überwintern im östlichen und südlichen Afrika in Sambia, Mosambik, Namibia oder Simbabwe. Dafür nimmt er jeden Herbst und jedes Frühjahr eine Strecke von ca. 10.000 km in Kauf. Am Tag kann er bis zu 500 km fliegen. Insgesamt benötigt er bis zu 65 Tage. Er umfliegt das Mittelmeer, überquert den Bosporus und anschließend den Suezkanal. Ab Februar machen sich die Schreiadler wieder auf den langen Weg in die europäischen Brutgebiete.

 

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Welche Ziele verfolgt das Projekt?

 

Junger Schreiadler
Junger Schreiadler im Nest